#8 Ski & Snowboard - Ich packe mein Lawinenset...


Während Ihr auf Euren üblichen Pistenrunden im Skiurlaub im Normalfall von Lawinen verschont bleiben solltet (Daumen sind gedrückt), gibt es ja auch noch die waghalsigeren unter Euch, die gerne fernab der Piste und des geregelten, abgesicherten Pistenverkehrs ihr Glück versuchen wollen. Hier setzt nun unser Post an, den wir Euch unbedingt ans Herz legen wollen. Denn, so gern wir das auch sonst tun, mit Lawinen ist nicht zu spaßen. 
Deshalb gilt: Ich packe meinen Lawinensetkoffer und nehme mit...

Zu einem guten Lawinenset gehören in jedem Fall Lawinenpiepser, Lawinensonde und Lawinenschaufel. Bedenkt bitte dennoch immer, dass auch die beste Ausrüstung keinen Lawinenabgang verhindern kann und Eure eigene Sicherheit und die von anderen immer absolute Priorität besitzt.

Der Lawinenpiepser (LVS) ist dabei meist das teuerste Gerät innerhalb des Sets. Auf einer weltweit einheitlichen Frequenz wird dabei ein Signal ausgesendet, mit Hilfe dessen die Lage des Verschütteten grob lokalisiert werden kann. Grundsätzlich gilt: volle Batterien und ein sicherer, bereits vorab geübter (!) Umgang mit dem Outdoor-Gerät sind ein Muss. Zudem solltet Ihr den Piepser (ca. so groß wie ein Smartphone) mit Hilfe des Anschnallgurtes nah am Körper tragen, um ihn im Notfall nicht zu verlieren. Während einer Tour sollten die Geräte aller Teilnehmer auf „Senden“ eingestellt sein, wird jemand von einer Lawine verschüttet, stellen die Suchenden das Gerät dann auf „Empfangen“ ein, um die verschüttete Person zu finden.

Die Lawinensonde hilft dann nach der groben Lokalisierung mit Hilfe des Lawinenpiepsers die Person durch Abtasten des Schnees ausfindig zu machen. Ausgeklappt ist eine solche Sonde in der Regel mindestens 240cm lang, um auch tiefer verschüttete Personen zu erreichen. Als Material wird Carbon oder Aluminium verwendet. Carbon-Sonden haben den Vorteil, dass sie gleichzeitig sehr steif und leicht sind, während Aluminium-Sonden etwas schwerer sind. Zu dünn sollten die Sonden auf jeden Fall nicht sein, sodass auch bei hartem Schnee die Suche ohne ein Verbiegen des Materials garantiert ist.

Mit Hilfe einer Lawinenschaufel kann man die Person dann im letzten Schritt ausgraben. Diese sind entweder aus Kunststoff oder Metall und lassen sich zerlegen, um auch in den Rucksack zu passen. Grundsätzlich sind Schaufeln aus Metall meist stabiler (aber auch schwerer) und sind deshalb eher zu empfehlen als Kunststoffmodelle, wobei es hier immer auf das konkrete Modell ankommt.

Ambitionierte Wintersportler, die sich häufiger abseits der Pisten bewegen, sollten auf jeden Fall über Airbagsysteme nachdenken. Diese bedeuten einen erheblichen Gewinn an Sicherheit und können im Notfall Leben retten. Auf dem Markt gibt es verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen Technologien. Die meisten verwenden ein System, bei dem sich durch Ziehen an einem Auslöser der Airbag mit einem Gas füllt, der dann für den nötigen Auftrieb in den Schneemassen sorgt. Ganz billig sind solche Systeme allerdings nicht, die Kosten für ein solches Sicherheitssystem belaufen sich auf mindestens 700€.

Also, auf in den Lawinenset-Kaufrausch und dann sicher (bald) auf Piste und Umgebung! Baldiges Skifahren und Snowboarden wünscht Euch Euer Myskiticket Magazin!