#5 Snowboard - spannende Bauweisen


Wenn es um die technischen Unterschiede bei Snowboards geht, muss man zunächst wissen, dass es unterschiedliche Arten von Vorspannungen, Taillierungen (Shape) und Steifigkeiten (Flex) gibt. Diese verschiedenen Baumerkmale beeinflussen letztlich entscheidend die Fahreigenschaften des Boards im Schnee. 
Im Folgenden bekommt Ihr die verschiedenen Merkmale erklärt und findet somit hoffentlich leichter zu Eurem perfekten Snowboard.

I. CAMBER – Positive Vorspannung

Die klassische Vorspannung bei den Boards nennt sich Camber. Das bedeutet, wenn man das Board flach auf den Schnee legt, berühren nur die äußeren Kontaktpunkte des Boards den Schnee (Nose und Tail). Diese Vorspannungsart bietet eine sehr gute Performance mit hoher Lauffreudigkeit, gutem Kantengriff, hoher Präzision und einem Maximum an Sprungfreudigkeit
Ideal für erfahrene und sportliche Snowboarder, die gerne ausgiebig carven, im Park Sprünge ziehen und lieber auf der Piste zu Hause sind als im Powder. 
Den klassischen Camber findet man am ehesten bei Race-Boards oder Allmountain-Boards.

II. ROCKER – Negative Vorspannung

Die Rocker-Bauweise ist das genaue Gegenteil zum Camber (reverse camber). Heißt also, wenn man das Board flach auf den Schnee legt, dann liegt die Boardmitte auf, während Nose und Tail leicht nach oben abstehen. Das hat den Vorteil, dass das Board drehfreudiger und fehlerverzeihender wird und nicht so schnell verkantet, was vor allem Funpark-Begeisterten mit Freestyle-Boards, Anfängern und Kids zu Gute kommt. 
Zudem bekommt man im Tiefschnee auch mehr Auftrieb, weshalb insbesondere Freeride-Boards und Allmountain-Boards mit der Rocker-Bauweise ausgestattet werden. Stabilität, Sprungfreudigkeit und Kantengriff sind jedoch nicht so ausgeprägt wie beim klassischen Camber.


III. FLAT – Keine Vorspannung

Wie der Name bereits verrät, gibt es bei dieser Bauweise kaum bzw. keine Vorspannung. Legt man es flach auf den Schnee, liegt es mit seiner kompletten Lauffläche auf (lediglich Nose und Tail sind leicht angehoben). Diese Bauweise verbindet einige Vorteile von Camber und Rocker. Zum einen sind Flat-Boards wie die Rocker-Boards drehfreudig und fehlerverzeihend, zum anderen haben sie ähnlich wie Camber-Boards eine sehr lange Kante und dadurch auch Kantengriff
Durch die geringe Vorspannung leidet allerdings die Sprungfreudigkeit, dennoch eignen sie sich auch sehr gut für den Park.

VI. HYBRID – Positive und negative Vorspannung

Die hybride Bauweise ist eine Kombination aus Camber und Rocker und vereint die Vorteile dieser beider Bauarten. Es entsteht ein Brett, das sich überall gut fahren lässt und sehr gute Fahreigenschaften aufweist. 
Entweder sitzt der Camber an den Enden, d.h. in der Nose und im Tail und der Rocker in der Mitte des Boards oder eben genau umgekehrt. Für ersteren Fall sorgt der Rocker für hohe Drehfreudigkeit, während der Camber für präzises Fahren und eine gute Performance auf der Kante sorgt. Für den Fall, dass der Rocker in Nose und Tail sitzt, hat das Board besseren Auftrieb im Tiefschnee und das Risiko, dass das Board sich im Schnee verkantet, wird verringert. Zugleich sorgt der Camber wie eben bereits erwähnt für eine gute Performance und Präzision.

SHAPE

Einerseits bezieht sich Shape auf die Taillierung des Boards, d.h. auf die unterschiedlichen Breiten des Boards im Verlauf. Weiterhin versteht man darunter die Form von Nose und Tail.

Hier gibt es die sogenannte Twin-Tip Shape, bei der Nose und Teil exakt gleich geformt ist, womit sich problemlos rückwärts und vorwärts fahren lässt. Die Twin-Tip Shape findet man deshalb vor allem bei Freestyle-Boards.

Falls die Nose breiter tailliert und stärker aufgebogen ist, spricht man von einer Directional Shape. Dieser wird vor allem bei Freeride-Boards genutzt. Hier wird die Bindung zusätzlich etwas in Richtung Tail versetzt sowie die Nose stärker nach oben gebogen, sodass der Auftrieb im Powder maximiert wird.

Eine Twin-Shape bei der die Bindung leicht in Richtung Tail versetzt ist, bezeichnet man als Directional Twin, was eine Mischform aus den andern beiden erklärten Formen darstellt. Die Twin-Tip sorgt dabei für Freestyle-Feeling, während die leicht verlängerte Nose ähnlich wie bei der Directional Shape perfekt zum Freeriden ist.


FLEX

Mit der Flex bezeichnet man die Steifigkeit eines Snowboards. Dabei gibt es einen weicheren Härtegrad, der insbesondere für Freestyler zu empfehlen ist, da dieser fehlerverzeihend ist und Sprünge mehr abfedert
Ein härteres Board hingegen sorgt auch bei höheren Geschwindigkeiten für eine sehr gute Laufruhe, einen starken Kantengriff und somit hohe Präzision. Eigenschaften, die man eher zum Freeriden sowie für Allmountain-Boards benötigt.

Grundsätzlich gilt, je dynamischer und kraftvoller man auf dem Board steht bzw. je schwerer man ist, desto härter sollte der Flex sein.


So viel lässiges Denglish auf einmal, das solltet Ihr erst mal in Ruhe bei einer Runde fröhlichen Shoppens verdauen, findet Ihr nicht auch?

Auf ein baldiges Boarden, Euer Myskiticket Magazin!