Freeskier Shane McConkey - The Man, The Legend

Wer sich für alles rund um das Thema Ski interessiert, kommt so leicht nicht an dem Namen Shane McConkey vorbei.

McConkey war einer der erfolgreichsten und angesagtesten Ski-Extremsportler überhaupt, am 26 März 2009 kam er mit nur 39 Jahren beim Versuch, mit Wingsuit und Ski einen Base-Jump für Red Bull in den italienischen Dolomiten zu vollführen, tragisch ums Leben.  
Doch bis zu diesem schwarzen Tag der Ski-Geschichte -und im Geiste auch bis heute- veränderte er die Ski-Welt maßgeblich, von Bau, Technik und Entwicklung von Ski und Zubehör bis hin zu spektakulären Ski-Stunts und innovativen neuen Fahrtechniken.

Ursprünglich hatte sein Plan darin bestanden, dem U.S. Ski Racing Team beizutreten, was ihm allerdings nicht gelang (-diese Laufbahn wäre letzten Endes wahrscheinlich auch zu konform für ihn gewesen). Also ebnete er sich auf seine ganz eigene Weise den Weg zum Erfolg und das dank seiner grenzenlosen Leidenschaft zum Skisport. Hierbei besonders inspiriert gewesen sein soll er vom Skifilm-Klassiker „The Blizzard of AAHHH’s“ (1988, Filmausschnitt), welcher ihm verdeutlichte, dass er mit seiner Passion zu extravagantem Freeskiing viel erreichen und dabei auch noch glücklich werden könnte. Den Begriff Freeskiing übrigens prägte McConkey maßgeblich - eine Skiform, die, genau wie McConkeys Leben selbst, in seinen Augen so viel mehr als bloßen Extremsport bedeutete, nämlich Ski frei von Regeln und voller noch ungenutzter Möglichkeiten.

Sein Leben und Wirken auf die Ski- & und Extremsport-Welt war so prägend, dass einige Jahre nach seinem Tod, im Kreis seiner Freunde und unter Mitwirken seiner Ehefrau Sherry, eine erfolgreiche Dokumentation ("McConkey") über ihn entstand (die wir natürlich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen können). Seinen ersten (oder letzten) Auftritt auf der Filmleinwand markierte diese jedoch bei weitem nicht, zu Lebzeiten schon wirkte er in unzähligen Produktionen und Filmen mit, unter anderem in dem Sportfilm „The Hit List“ (2005) und Ski Movie I-III (2001/2002).


Ein ausgeprägter Sinn für Entertainment, Belustigung und Unterhaltung seiner Mitmenschen war ein besonderes Markenzeichen McConkeys. So bretterte er auch gerne mal im Adamskostüm über die Pisten, teils zur Verärgerung (besonders diverser Juroren eines Skicontest), (größten-)teils zur Belustigung seiner Umwelt. Auch hatte er sich ein äußerst gewöhnungsbedürftiges aber mindestens genauso liebenswertes Alter Ego zugelegt: "Saucerboy". Nach einigen schwereren Verletzungen stieg er als Saucerboy nämlich für einen gewissen Zeitraum auf ein sogenanntes "Saucer" statt Ski um, also eine dieser herrlichen, Kindheitserinnerung-weckenden Schnee-Untertassen, mit denen man als 10-Jähriger Schlittenfahrt-Amateur gerne mal auf den hügeligsten Schneeflächen des Dorfes gesichtet wurde. Als Saucerboy steuerte McConkey dementsprechend eines der amüsantesten Segmente zum Ski-Film „CLAIM, the Greatest Ski Movie... EVER!,“ bei:


Wie man diesem skurrilen Filmauftritt unschwer entnehmen kann, hat McConkey nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Profi-Ski-Szene nicht immer ganz Ernst und hin und wieder auch gern auf die Schippe genommen - ein weiterer Charakterzug, der Shane McConkey so sympathisch, authentisch, und letzten Endes mitunter auch berühmt machte. Denn es gibt sicher einige Extremskier, die es ihres Talents wegen verdient hätten, karrieretechnisch so weit zu kommen wie Shane McConkey es tat, doch nur wenige werden es auf eine ebenso menschliche, authentische und ansteckende Weise wie er vollbringen.